Institut für Fort-und Weiterbildung

 

Kompetenzentwicklung in kirchlichen Berufen

28.06.2018

Wie müssen pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgebildet sein angesichts der Transormationsprozesse der großen Volkskirchen? Welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen wir für eine Zukunft, in der die Kirche vielfältier werden muss und in der es gleichzeitg an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mangelt? Wie sich die reformierten Kirchen der Schweiz diesen Herausforderungen mithilfe eines selbst entwickelten Kompetenzstrukturmodells in Aus-, Fort- und Weiterbildung stellen, erläuterte Pfr. Thomas Schaufelberger, Leiter der Arbeitsstelle für die Aus- und Weiterbildung in der deutschschweizer reformierten Kirche, im Rahmen eines Fachtages des Instituts für Fort- und Weiterbildung am 27.6. in Tübingen.

Das Institut hatte im Rahmen seines internen Entwicklungsprozesses zu diesem Fachtag eingeladen, um die Chancen eines kompetenzorientierten Ansatzes in der Fort- und Weiterbildung auszuloten und für die effektive Planung des Fortbildungsangebots fruchtbar zu machen.

Sehr schnell wurde klar:

  • Die Arbeit mit dem Kompetenzbegriff versachlicht das Gespräch über Aus- und Fortbildungsbedarf, macht Anforderungen an bestimmte Berufs-und Stellenprofile vergleichbar.
  • Es hilft, persönliche Stärken der Miarbeiter/-innen zu erkennen und auf gegebene Berufsanforderungen hin zu entwickeln.
  • Ein Kompetenzstrukturmodell kann nicht übernommen, sondern muss entwickelt werden. Nur so wird gewährleistet, dass kein Bereich und damit keine Kompetenz des zu beschreibenden Berufs übersehen wird.
  • Der wichtigste Nutzen eines Kompetenzstrukturmodells ist, dass es als Bezugspunkt bei der Verständigung über Bedarfe in der Aus- und Fortbildung eine gemeinsame Gesprächsgrundlage bildet. 
  • Hilfreiche Anwendungsmöglichkeiten liegen in der Weiterentwicklung eines passenden Fortbildungsangebots, in der Unterstützung der Fortbildungsplanung der Mitarbeiter/-innen und in der Personalentwicklung. 
  • Die "passgenaue" Zuordnung von profilierten Stellen zu kompetenten Bewerbern stößt im katholischen Bereich freilich auf das Problem des Bewerbermangels, insbesondere bei Priesterstellen, ein Thema, von dem die reformierte Kirche erst allmählich betroffen ist.

Der Fachtag war besucht von ihrerseits kompetenten Praktikern der diözesanen und überdiözesanen Bildungs- und Fortbildungsarbeit, Vertretern der verschiedenen Berufsgruppen sowie Mitarbeiter/-innen der Diözese, die für die Personalbildung und den Personaleinsatz verantwortlich sind. Da mit dem Referenten uns einem weiteren Kollegen aus der badischen Landeskirche auch evangelische Efahrungen einflossen, zeigte sich die ökumenische Dimension des Themas der Aus-, Fort- und Weiterbildung kirchlicher Mitarbeiter/-innen.

Hier gibts Informationen zum Kompetenzstrukturmodell

Thomas Fliethmann